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He Toi Ora. Beseelte Kunst der Māori
Auf den Spuren der Schnitzwerke im Museum Fünf Kontinente
Im Weltbild der Māori tragen alle Künste eine immerwährende Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in sich: So gelten auch viele Schnitzwerke als beseelt und stehen in Verbindung mit den Ahnen. Daher sollten die Nachkommen der ursprünglichen Hersteller oder Besitzer diese so wichtige Verbindung erneuern können. He Toi Ora bedeutet: eine lebendige Kunst. Abb.: © Museum Fünf Kontinente, Foto: Nicolai Kästner
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Auf der Suche nach der Herkunft und materielle Analysen
Aber von welchen Iwi (tribalen Gruppen) in Neuseeland stammen die Museumsobjekte, die sich heute im Museum Fünf Kontinente befinden? Die Recherche führt schnell an Grenzen: Fast alle Stücke wurden zwischen 1825 und 1914 in London erworben, wo sich ihre Fährte verliert. Oft kann man sich der Frage nach ihrer Herkunft nur über Indizien nähern.
Am Beginn der Spurensuche stehen historische Fotos und Dokumente. Sie geben Aufschluss über die Vorbesitzer, von denen das Museum die Objekte erworben hat, und ihre Motivation zu sammeln. Ein weiteres Puzzleteil liefern Holzanalysen, die über die verschiedenen Baumarten informieren, mit denen geschnitzt wurde.
Auch die Schnitzmotive können Teil der Provenienzforschung sein und Hinweise auf bestimmte Stilregionen liefern. Bei der Einordnung und Rückbindung der Stücke ist jedoch indigenes Wissen von zentraler Bedeutung.
Gemeinsam kuratiert
In enger Abstimmung mit Māori-Experten wurde die Ausstellung gemeinsam erarbeitet von der Ozeanien-Kuratorin des Museums und von David Jones vom Iwi Rongowhakaata als Māori-Kurator. Sie stellt Methoden vor, mit denen die Objekte erforscht werden, und lädt anhand eines Mikroskops und dem Erkennen von Schnitzmustern zum Mitmachen ein. Zugleich führt sie ein in die Māori-Philosophie.
Sie zeigt mit 80 Objekten einen Großteil der im Museum Fünf Kontinente bewahrten Māori-Werke. Neben Figuren mit Tätowierungen werden Personen von Rang vorbehaltene Schmuckkästen, Preziosen aus Grünstein und kostbare Capes sowie figürlich gestaltete Waffen und Alltagsgegenstände präsentiert.
Tāwhaki und das Iwi Rongowhakaata
Auch wenn meist nur Indizien auf die genaue Herkunft verweisen, konnte ein Objekt – die Pfostenfigur Tāwhaki – als eindeutig aus einem Māori-Versammlungshaus nahe Gisborne stammend identifiziert werden. Entsprechend ist der letzte Raum dem Ahnen Tāwhaki und dem Iwi Rongowhakaata gewidmet. Filme, Interviews, eine Fotoinstallation sowie moderne Kunstobjekte zeigen die enge Verbundenheit zwischen Tāwhaki und den heute lebenden Menschen seines Iwi.
Verantwortung und Kooperation
Die Ausstellung ging aus dem noch laufenden Forschungsprojekt unseres Museums Thinking through Wood hervor. Dieses ist Teil des Gesamtprojekts Beyond the Nature/Culture Divide: Reimagining Human-Environment Relations in Museums der University of Cambridge und der Ludwig-Maximilians-Universität, gefördert vom Freistaat Bayern.
Info
Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog auf Deutsch und Englisch. Führungen mit Dr. Hilke Thode-Arora finden sonntags um 14 Uhr statt: 26. Oktober, 9. November, 7. Dezember 2025, 11. Januar, 8. Februar, 22. März und 12. April 2026.
Anmeldung unter kunstvermittlung@mfk-weltoffen.de. Weitere Termine und Veranstaltungen stehen im Programmüberblick.
Dank
Der Freundeskreis Museum Fünf Kontinente e. V., das Auswärtige Amt und das Thünen-Institut haben diese Ausstellung möglich gemacht – mit ihrer Unterstützung, ihrem Vertrauen und ihrem Beitrag zu einem Projekt, das Wissen, Respekt und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt.
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