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Out of Place

Kunst und Geschichten aus den Flüchtlingslagern der Welt

26. November 2026–30. Mai 2027

Pressemitteilung zur Sonderausstellung

München, September 2026

Weltweit leben derzeit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, viele von ihnen über Jahre oder Jahrzehnte in Lagern, die eigentlich nur vorübergehende Aufenthaltsorte sein sollten. Die Sonderausstellung Out of Place, die das Museum Fünf Kontinente vom 26. November 2026 bis zum 30. Mai 2027 zeigt, lenkt den Blick nicht nur auf diese Orte, sondern vor allem auf die Menschen, die dort leben: nicht als Leidtragende einer humanitären Krise, sondern als Künstlerinnen und Künstler.

Die Ausstellung basiert auf einer Recherche der Fondazione Imago Mundi aus Treviso, die von 2022 bis 2024 in 18 der größten Flüchtlingslager der Welt durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Recherche entstanden 284 Werke im einheitlichen Format 10 × 12 cm von 264 Kunstschaffenden, die heute Teil der Imago Mundi Collection sind. Zu sehen sind Werke aus Kutupalong in Bangladesch, mit rund 600.000 Bewohnerinnen und Bewohnern das größte Flüchtlingslager der Welt. Dort haben die Rohingya Zuflucht gefunden, eine muslimische Minderheit aus Myanmar, der die Regierung des Landes 1982 die Staatsbürgerschaft aberkannte und die seither staatenlos ist.

Weitere Werke stammen aus den Lagern Dadaab und Kakuma in Kenia, den ugandischen Flüchtlingssiedlungen Bidibidi und Nakivale, den sahrauischen Flüchtlingslagern in Algerien sowie aus Za'atari in Jordanien, dem größten Lager für geflüchtete Menschen aus Syrien, wo eine aktive Kunstszene um den dort lebenden Künstler Mohamad Jokhadar entstanden ist. Werke aus fünf weiteren jordanischen Lagern – Baq'a, Hittin, Irbid, Madaba und Souf – dokumentieren die Lage der palästinensischen Geflüchteten.

Eigene Kapitel widmen sich kurdischen und jesidischen Künstlerinnen und Künstlern, die während der Belagerung durch den sogenannten Islamischen Staat phasenweise in temporären Lagern im Irak lebten, sowie afghanischen Kunstschaffenden seit der Machtübernahme der Taliban 2021. Weitere Arbeiten thematisieren die Fluchtrouten über das Mittelmeer sowie die Migrationsbewegungen in Süd- und Mittelamerika. Auch die Situation der knapp 6 Millionen ukrainischen Geflüchteten (Stand Dezember 2025) wird in den Blick genommen.

Die Ausstellung wurde von Claudio Scorretti, Irina Ungureanu und Aman Mojadidi unter Mitarbeit der in den Lagern tätigen Kunstschaffenden für die Fondazione Imago Mundi kuratiert. Sie war zuvor bereits in Treviso, Padua, im Europäischen Parlament in Brüssel und in Mailand zu sehen.

Für das Museum Fünf Kontinente wurde sie um vier Stimmen aus München ergänzt: Sepideh Akbarzadeh, geboren am Kaspischen Meer und seit 2021 in München zu Hause, verdichtet in langsamer, meditativer Maltechnik Tausende Farbpunkte auf Holz zu ruhigen, in sich changierenden Flächen. Delschad Numan Khorschid, seit 2019 Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters, stellt den Bleistift ins Zentrum seiner Arbeit – ein Werkzeug, das ihm in seiner Kindheit im Irak lange verwehrt blieb und das für ihn zum Symbol für Bildung und die eigene Stimme geworden ist. Niaz Naseri verarbeitet in seiner Malerei Ornamentik, Kalligraphie und Amphoren-Motive seiner afghanischen Heimat. Die in Israel geborene, in München lebende Fotografin Lydia Bergida zeigt mit Herzensdinge eine Porträtserie, die Menschen aus der Ukraine gemeinsam mit den wenigen persönlichen Gegenständen zeigt, die ihnen auf ihrer Flucht nach Deutschland am wichtigsten waren. Die vier künstlerischen Positionen verdeutlichen, wie sehr das kulturelle Leben Münchens von Menschen bereichert wird, die hier ihre neue Heimat gefunden haben.

Out of Place reagiert auf eine der drängendsten humanitären Fragen der Gegenwart und macht künstlerische Perspektiven sichtbar, die in der öffentlichen Debatte bislang selten zu Wort kommen.

Die Sonderausstellung entstand in Kooperation mit der Fondazione Imago Mundi und der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. Unser Dank gilt zudem dem Freundeskreis des Museums Fünf Kontinente und Karl Straub, MdL, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung.

Textmaterial

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Download-bereich

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Pressefotos nur im Rahmen der Berichterstattung über die Sonderausstellung Out of Place. Kunst und Geschichten aus den Flüchtlingslagern der Welt von 26. November 2026 bis 30. Mai 2027 im Museum Fünf Kontinente genutzt werden dürfen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Angabe des jeweiligen Bildrechtes.

Weitere Abbildungen stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

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