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Kabuki

Schauspiel, Drucke, Fankultur

23. Oktober 2026–2. Mai 2027

Pressemitteilung zur Sonderausstellung

München, September 2026

Seit seiner Entstehung im frühen 17. Jahrhundert begeistert Kabuki mit spektakulären Inszenierungen aus Tanz, Musik und hoher Schauspielkunst. Seine Stücke erzählen von Liebe und Eifersucht, von heimtückischen Morden und Familiendramen, von Loyalität und Ehre. Dabei brachte das Kabuki-Theater einen bis dahin unbekannten Starkult hervor, in dessen Mittelpunkt die vom Publikum verehrten (männlichen) Schauspieler standen, die auf der Bühne sowohl Männer- als auch Frauenrollen verkörperten. Zugleich entstand in den großen Städten Japans eine urbane Bildkultur, deren wichtigstes Medium der Farbholzschnitt war.

Die Ausstellung Kabuki. Schauspiel, Drucke, Fankultur vereint Farbholzschnitte aus über drei Jahrhunderten und aus unterschiedlichen Sammlungen. Sie ermöglicht tiefe Einblicke in die Welt des Kabuki-Theaters, macht aber auch die Vielfalt künstlerischen Schaffens im japanischen Farbholzschnitt sichtbar.

Künstler wie Tōshūsai Sharaku (aktiv 1794–1795) oder Utagawa Kunisada (1786–1865) verstanden es meisterhaft, die Ausstrahlung berühmter Schauspieler, eindrucksvolle Posen und dramatische Bühnenmomente in kunstvollen Bildern einzufangen; im 20. Jahrhundert war es unter anderem Natori Shunsen (1886–1960), der als Vertreter des shin hanga eindrucksvolle Schauspielerporträts schuf. Die Werke dieser Künstler faszinieren bis heute und bewahren jene flüchtigen Momente des Kabuki, die auf der Bühne selbst nur für kurze Zeit existierten.

Eine besondere Stellung kommt in der Ausstellung Tōshūsai Sharaku zu: Gezeigt werden insgesamt 13 Drucke des ebenso berühmten wie geheimnisumwobenen Künstlers; nur 1909 wurden in München noch mehr Sharaku-Drucke gleichzeitig in einer Ausstellung präsentiert! Indem Kabuki. Schauspiel, Drucke, Fankultur eine so große Zahl seiner Werke versammelt, bietet die Ausstellung eine hervorragende Gelegenheit, das Werk dieses bedeutenden Holzschnitt-Künstlers zu entdecken.

Doch nicht nur die Druckgrafik vermittelt einen Eindruck von der faszinierenden Welt des Kabuki. Exquisite Textilien ergänzen die Präsentation und veranschaulichen die außergewöhnliche Pracht und Handwerkskunst der Bühnenkostüme. Durch Ausschnitte zeitgenössischer Kabuki-Inszenierungen wird zudem das Theatererlebnis zum Teil des Ausstellungsbesuchs. Die Schau eröffnet somit vielfältige Zugänge zur Ästhetik und den Inszenierungen des Kabuki-Theaters und macht das enge Zusammenspiel von Schauspiel, Bildkunst und Fankultur über die Jahrhunderte hinweg anschaulich erlebbar.

Da japanische Farbholzschnitte lichtempfindlich sind, wird nach der Hälfte der Ausstellungslaufzeit ein Großteil der ausgestellten Werke ausgetauscht. So werden die empfindlichen Papierarbeiten geschont und zugleich kann eine größere Zahl an Holzschnitten präsentiert werden.

Unser Dank gilt dem Freundeskreis des Museums Fünf Kontinente und der Preetorius-Stiftung.

Textmaterial

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Download-bereich

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Pressefotos nur im Rahmen der Berichterstattung über die Sonderausstellung Kabuki. Schauspiel, Drucke, Fankultur von 23. Oktober 2026 bis 2. Mai 2027 im Museum Fünf Kontinente genutzt werden dürfen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Angabe des jeweiligen Bildrechtes.

Weitere Abbildungen stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.